Botulinum

MIMIKFALTEN

Botulinumtoxin – die Wirkung

Das Botulinumtoxin blockiert die Ausschüttung des Botenstoffs (Acetylholin) an Nervenendigungen im Bereich der Nerven-Muskelverbindungen, was zur Entkrampfung der Muskel führt. Das Botulinumtoxin hemmt auch die Schweißproduktion und lindert Schmerzen, insbesondere diese, die mit Muskelanspannung, wie z.B. Migräne, verbunden sind.

Das Botulinumtoxin ist das stärkste natürlich Toxin. Es wurden bisher sieben Subtypen des Toxins charakterisiert. Alle Subtypen reagieren mit Acetylholin der Nervenendungen, der Unterschied liegt in der Partikelgröße, Biosynthese und dem Mechanismus der Zellenreaktion. Das Botulinumtoxin A ist der stärkste der bekanntesten Subtypen und fand die breiteste Anwendung im medizinischen Bereich. Es gibt zwei zugelassene Botulinumtoxin-Präparate: Dysport (Ipsen Ltd) und Botox Cosmetic (Allergan).

Indikationen und Kontraindikationen

Zum ersten Mal wurde das vom Bakterim Clostridium Botulinum gebildete Botulinumtoxin 1973 von Scott zur Blockade der neuromuskulären Übertragung verwendet. Anfangs fand das Toxin seine Anwendung in Behandlungen von Halsdystonie, Muskelspasmus, Gesichtsnervenlähmung, insbesondere des Nervs VII, Nerventicks, Schielen, Lidkrampf und Harninkontinenz.

Erst seit einigen Jahren wird das Toxin in ästhetischer Chirurgie zur Behandlung von Mimikfalten (d.h. dynamischen Falten), insbesondere im oberen 1/3 des Gesichts, d.h. im Bereich der Stirn, der Augenbrauen etc. verwendet. Seltener findet das Botulinumtoxin seine Verwendung im Bereich der Lippen, des Kinns oder Halses und in Behandlung von Naselippenfalten. Mit der Einführung des Toxins in die ästhetische Chirurgie begann eine neu Ära von nichtchirurgischen Behandlungsverfahren.

In den letzten Jahren wurde der Anwendungsbereich von Botulinumtoxin erweitert. Es wird zusätzlich in folgenden Behandlungen eingesetzt:

  • Hyperhidrose (verstärktes Schwitzen) an Achselhöhlen, Händen und Füssen
  • migräneartige und chronische Kopfschmerzen
  • spasmastische Hals-, Nacken- (sogen. Schiefhals-) und Rückenmuskelschmerzen
  • postoperative Narben
  • Anspannung der Brustmuskel, z.B. nach einer Brustvergrößerung

Es gibt folgende Kontraindikationen: Schwangerschaft, Stillen und Myastenie.

Behandlung der Hyperhidrose an Achselhöhlen, Händen und Füssen

Verschwitzte Hände oder Achsenhöhlen ist ein relativ oft auftretendes Problem, unter dem sowohl Betroffene als auch ihre Umwelt leiden. Gleichmäßige Injektion des Botulinumtoxins in die Haut der Achselhöhle, der Handflächen oder Fußsohlen hemmt die Schweißsekretion an diesen Stellen. Der Eingriff kann in lokaler Betäubung (mittels Salben, z.B. EMLA, ELA – Max) oder mit Nervenblockaden durchgeführt werden.

Migräne

Es gibt verschiede Formen von Kopfschmerzen, wie Migräne oder Spannungskopfschmerzen Unter Migräne leiden hauptsächlich Frauen zwischen dem 25. und 55 Lebensjahr. Oft tritt sie in der ganzen Familie auf. Es ist ein drückender, meist einseitiger Schmerz, der vorwiegend tagsüber in Form eines 4 –72-stündigen Anfalls auftritt. Bei Kinder dauern Migräneanfälle wesentlich kürzer als bei Erwachsenen. Oft wird Migräne von neurologischen Erscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu, Tränenfluss oder Augenerrötung begleitet.

Behandlung

Die wichtigste Voraussetzung ist das Einhalten der Maximaldosis bei einem Eingriff, Beachtung der Zeitabstände zwischen einzelnen Eingriffen und die beschränkte Zahl der Eingriffe in einem Jahr. In manchen Fällen (z.B. bei einer Asymmetriekorrektur) kann eine Injektion an der gleichen Stelle nach einem Monat wiederholt werden, dabei muss aber eine viel kleinere Dosis verwendet werden. Es wurde die einmalige Dosis des Toxins festgelegt (60 bis 100 Einheiten während eines Eingriffs), nicht häufiger als 2-3 Mal im Jahr in 4-6-monatigen Abständen. Der Wirkungsradius einer Injektion betragt 1-3 cm. Die ersten Ergebnisse sind nach ca. 72 Stunden zu sehen. Das volle Resultat wird nach ca. 2 Wochen sichtbar und hält 5 – 6 Monate lang an. Daher soll die Behandlung wiederholt werden.

Trotz eines hohen Sicherheitsfaktors beim Einsatz des Botulinumtoxins können vorübergehende Nebenwirkungen, wie leichte Schmerzen während der Injektion, Errötungen oder kleine Blutergüsse an der Injektionsstelle, vorübergehende Schwellungen im Bereich der Injektion und Kopfschmerzen auftreten und einige Tage nach dem Eingriff anhalten.

Komplikationen

Komplikationen nach einer Botulinumtoxin-Behandlung kommen sehr selten vor. Man unterscheidet drei Komplikationsformen: lokale (vorübergehende Schwäch der Muskelfasern, die Oberlider anheben helfen, Errötung, Asymmetrie, Schwellungen und Schmerzen an der Injektionsstelle), immunologische und allgemeine Komplikationen.

Laut Literaturquellen kommt es bei Anwendung des Botulinumtoxins zwischen Augenbrauen in 5,4% Fällen zur Schwächung der Muskelfasern. Die Ursachen können eine zu hohe Dosis, oder eine zu niedrig angesetzte Injektion sein. Auch die Kombination der Unterspritzungsbehandlung mit einem anderen ästhetischen Eingriff, wie Augenlidkorrektur oder Haartransplantation können zu Komplikationen führen, denn die genannten Eingriffe eine starke Stirnschwellung hervorrufen. Hauterrötungen hängen hauptsächlich von individueller Empfindlichkeit der einzelnen Patienten ab. Solche Faktoren, wie erhöhte Hautvaskularisation oder eingenommene Medikamente, können hier auch eine Rolle spielen.

Kleine Schwellungen, Schmerzen, Spannungsgefühl und punktuelle Errötungen sind natürliche Reaktionen des Körpers auf eine Toxininjektion. Die Symptome bilden sich spätestens nach drei Tagen zurück.

Immunologische und allgemeine Komplikationen wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Ausschlag treten äußerst selten auf.

Zu häufige Eingriffe mit dem Botulinumtoxin oder der Einsatz einer zu hohen Dosis kann zur Bildung von Antikörpern gegen neurotoxisches Eiweiß führen, was die Wirksamkeit des Botulinumtoxins reduziert.

Faltenunterspritzungen mit dem Botulinumtoxin gehören heutzutage, wegen dem hohen Sicherheitsfaktor, zu den populärsten nicht chirurgischen Eingriffen im Bereich der Gesichtsfaltenbehandlung.

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